Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bernstein a.Wald e.V.

So berichtet am 3. Februar 1886 der Gendarmeriestationskommandant Johann Hilpert über die mißlichen Verhältnisse der Feuerlöschgeräte in Bernstein an das Bezirksamt in Naila. Vorausgegangen waren in den Jahren vorher schlimme Brände, teilweise durch Brandstiftung hervorgerufen. Am 8. März 1886 übersendet Bürgermeister Löhner dem Bezirksamt in Naila ein Protokoll über die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr.

Gründungsmitglieder waren:
Andreas Drescher, Johann Löhner, Heinrich Baderschneider, Leonhard Spindler, Wilhelm Wunner, Johann Hohenberger, Friedrich Schmidt und Johannes Schlee.

Wenig später, am 29. April 1886, übersendet wiederum Bürgermeister Löhner die Statuten der freiwilligen Feuerwehr, mit der Bemerkung, daß diese einen guten Anfang gemacht hat und sehr fleißig auf ihre Einübung bedacht ist.

Am 3. September 1886 ist die Freiwillige Feuerwehr Bernstein nun organisiert. Sie zählt 41 Mitglieder, wovon auf Steiger 6 mit Obersteiger, auf Spritzmänner 16 mit Zugführer, auf Ordnungsmannschaft 8 Personen treffen.

Vorstand wurde Johann Thüroff, Hauptmann Paulus Braunersreuther, Adjutant Johann Ortlam und die Zugführer waren: Georg Löhner für Spritze, Georg Thüroff für Steiger, Christian Klinger für Ordnungsmannschaft und Heinrich Thüroff mit 4 Ersatzleuten.

Übungen finden alle Sonntage früh statt. Die Ausrüstung ist sehr gering. Am 13. April 1887 wurden dann 40 Meter Doppel-Hanfschläuche mit den nötigen Gewinden angeschafft. So besagt es dieses 1. Protokoll.

Am 5. Juli 1896 kam es dann zum 1. großen Fest der Freiwilligen Feuerwehr Bernstein am Wald, dem Feuerwehrgautag. Hier wurde scheinbar etwas zu lange getagt, da es laut Protokoll zu Problemen mit der Stationskommandantur und dem Gendarm kam.

In den Jahren danach fand ein reges Vereinsleben statt. Es traten immer mehr Mitglieder der Feuerwehr bei. Die Jahre des 1. Weltkrieges brachte die Feuerwehr in Bernstein dann völlig zum Erliegen. Der Stammliste zufolge gab es sehr viele Kameraden, die ihr Leben im Krieg ließen. Erst im Jahre 1926 begann man wieder mit Protokollen über Sitzungen und Vereinstätigkeiten. Seinerzeit wurde von einer stattlichen Stärke von 92 Mann berichtet. Und wie durch ein Wunder lebten zu dieser 1. Sitzung nach dem Krieg, am 30. März 1926 noch alle 8 Gründungsmitglieder und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der seinerzeitige Vorstand hieß Christian Hagen, der sein Amt bis 1929 ausübte. Als sein Nachfolger Georg Wunner die Wehr übernahm, war der Mitgliederstamm schon bei 107 Personen. Christian Schmidt wurde im Jahre 1934 neuer Vorstand und im Januar 1936 wurde dann unser Bäckermeister Hermann Zuber Vorstand. In diesen Jahren wurde außerordentlich einsatzfreudig, unter der Leitung von Kommandant Fritz Braunersreuther, gearbeitet. Der Idealismus der Wehrleute war weit größer als die Ausrüstung.

Dann kehrte plötzliche Ruhe in unserem Protokollbuch ein. Der 2. Weltkrieg zerriß wiederum unsere Wehr, viele Kameraden kamen nicht wieder heim. Während des Krieges, im Jahr 1943 bekam dann unsere Wehr die erste motorisierte Pumpe, eine DKW-Zweitaktmaschine, 28 PS mit Gasstrahlpumpe des Typs Flader. Die Pumpe und die Ausrüstung fand auf einem Anhänger mit eisernen Rädern Platz, die später durch Gummiräder getauscht wurden.

Die Kriegswirren und die ersten Aufbaujahre danach ließen erst wieder einigermaßen geordnete Zustände mit dem Anfang der 5Oziger Jahre zu. Der seinerzeitige Kommandant Alfred Wunner und Vorstand Erwin Rittweg sorgten dann wieder für ein rühriges Vereinsleben, das von regelmäßigen Übungen und Sitzungen geprägt war. Es begann eine neue Zeit für unsere Wehr anzubrechen, auch für unseren bisher am längsten amtierenden Vorstand Christian Kirchner, der von 1956 bis 1971 im Amt war. Er wurde nach seiner Ablösung zum Ehrenvorstand ernannt. In seiner Amtszeit wurde dann auch das Gerätehaus am 30. Juni 1962 eingeweiht. Kommandant war zu jener Zeit Hans Baderschneider. Was in diesen Jahren sehr auffiel, war der unermüdliche Einsatz unseres Altbürgermeisters Heinrich Fiedler für unsere Bernsteiner Wehr. Ihm hat die Bernsteiner Feuerwehr vieles zu verdanken, unter anderem das am 26. November 1971 an unsere Wehr übergebene neue Feuerwehrauto mit Tragkraftspritze. Ein Fahrzeug, das der Wehr 28 Jahre lang unsagbare Hilfe in all den schlimmen Ernstfällen bot. 1999 wurde dieses Tragkraftspritzenfahrzeug, aufgrund Altersschwäche, gegen ein neues TSF ausgetauscht.

Die Personalchronik sieht in den Jahren nach 1971 wie folgt aus:
Kommandant bis 1991, also 20 Jahre lang, danach Ehrenkommandant war Reinhard Kirchner, von 1991 bis 1994 war Ulrich Langheinrich Kommandant und danach der schon lang amtierende Adjutant Willy Söll, seit 29. November 2002 führen Roland Schmidt als Kommandant und Tobias Menger, seit 2008 Hartmut Kirchner, als sein Stellvertreter die aktive Seite unserer Feuerwehr an.

In der Vorstandsriege wurde nach Christian Kirchner, 1971 bis 1975 Alwin Kirchner 1. Vorstand, danach bis zu seinem Wegzug 1982 Gerhard Wunner, 1982 bis 1984 Reinhard Kirchner, 1984 bis 1990 Horst Braunersreuther, in dessen Amtszeit auch der Kreisfeuerwehrtag 1986 fiel. Von 1990 bis 1996 führte Heinz Thüroff die Geschicke als 1. Vorstand. Seit 1996 steht Helmut Menger dem Feuerwehrverein vor. Er ließ 1997 unseren Feuerwehrverein per neuer Satzung vom Amtsgericht Hof als Eingetragenen Verein registrieren und die Gemeinnützigkeit zuerkennen. In diesem Jahr wurde die Bernsteiner Feuerwehr auch für die Damen geöffnet. Sie integrierten sich sofort nahtlos in das Vereinsleben und von da an wurde „von kalter auf warmer Kost umgestellt“.

Der Mitgliederstand in den letzten 12 Jahren wuchs von 42 auf 90 Mitgliedern. Die Aktivenseite besteht derzeit aus 42 Personen. Auch wurde eine Jugendgruppe gegründet, welche das Aushängschild gestern wie heute unserer Wehr ist.
1997 wurde eine zentrale Ölversorgung in das Feuerwehrhaus eingebaut. 1999 das Garagentor durch ein elektrisches Sektionaltor ersetzt. Im Jahre 2000 schaffte man diverse Elektronik für das Unterrichtsgeschehen an, u.a. ein Overheadprojektor, Videorekorder und Fernseher sowie Unterhaltungselektronik. 2001 wurden dann massive Regale aus Vierkantrohr für das Verstauen unserer Schutzanzüge, Sicherheitsgurte, Stiefel und Helme in das Feuerwehrhaus eingebaut. 2002 wurde eine Komplettrenovierung des Schlauchturmes mit Einbau einer neuen Leiter samt Rückenschutz durchgeführt. Im Jahre 2003 fand die Einweihung des neuen Dorfplatzes beim Maibaum im Dorfgrund statt. Dieser Platz wertet unser Ortsbild immens auf.

2004 wurde der Dachboden entrümpelt und das Floriansstübchen entstand - eine Augenweite. Bis zu ca. 70 Personen finden dort Platz. 2005 wurde das Feuerwehrhaus außen total renoviert. Der Stadtbauhof übernahm die Fassadenarbeiten, die Feuerwehr Fenster- und Türenrenovierungen. Im Herbst wurde dann noch die Grünfläche neben und hinter dem Feuerwehrhaus ausgekoffert, entwässert, neu verrohrt und gepflastert. Auch der bereits marode Gartenzaun wurde erneuert.

2006 wurde der alte Teil des Feuerwehrhauses innen komplett renoviert und elektrisch neu installiert. Die alte, provisorisch eingerichtete Küche mußte einer neuen Komplett-Anbauküche weichen. Der Fußboden in Küche, Unterrichtsraum und Hausplatz wurde mit Steingut-Fliesen versehen. Die Wände wurden neu geputzt und gestrichen. Neue Türen eingebaut und noch vieles mehr in zahlreichen Stunden von fleißigen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden  geleistet. Auch wurde eine neue Hütte hinter dem Feuerwehrhaus gebaut. Diese wurde mit Licht, Kühlschrank und fließend Kalt-Warmwasser nach den erforderlichen Hygienevorschriften ausgestattet.

Als im Januar 2007 der Orkan „Kyrill“ durch den Frankenwald fegte und große Flächen des Waldes platt machte, hatten wir Bernsteiner Bürger fast einen Tag lang anhaltend keinen Strom mehr. Dies bedeutete, daß weder Sirene noch Funk mehr funktionierte. Selbst die Kommunikation mittels Handys wurde mit jedem leeren Akku schlechter. Ein Nachladen war aufgrund des Stromausfalls nicht möglich. Deshalb wurde umgehend ein Notstromaggregat angeschafft und fest im Keller installiert. Die Stromeinspeisung erfolgt mittels Umschalter direkt in das Hausnetz. So ist bei Stromausfall ohne jegliche Ausnahme das gesamte Stromnetz des Feuerwehrhauses abgesichert.

2008 wurde von einer Windhose der Maibaum am Dorfplatz weggeknickt. Mit diesem Unfall wurde uns eine neue Herausforderung beschert, die jede Menge Arbeit einbrachte, denn einige Anwohner waren gegen ein erneutes Aufstellen. Da Streit für uns nicht in Frage kam, mußte ein neuer Standort her. Aber selten ein Schaden ohne Nutzen! Nach ein paar Gesprächen hinsichtlich eines Grundstückes wurde in unmittelbarer Nähe zum Feuerwehrhaus ein Platz gefunden und gepachtet. Sofort ging es an die Arbeit. Die randvolle Wellblechgarage einer früheren Weberei wurde geleert, abgerissen und entsorgt, jede Menge Wildwuchs entfernt, ein Fabrikdurchgang abgerissen und viele andere Arbeiten erledigt. Der neue Maibaumstandort war entstanden.

Die Ansicht des am Ortseingang befindlichen Platzes wurde mit Hecke und Blumen einladend gestaltet. Ein Aufgang wurde gepflastert und mit Geländer versehen. Der durch die Feuerwehrfrauen im Jahre 2007 gefertigte Osterbaum wurde erstmals dort aufgestellt. Ein Begrüßungsschild des Obst- und Gartenbauvereins Räumlas, Meierhof und Umgebung sowie eine überdachte Sitzgarnitur der Stadt Schwarzenbach a.Wald finden ebenfalls einen wunderschönen Platz. Besucher und Wanderer sind jederzeit zum Innehalten und Brotzeitmachen herzlich eingeladen!